Wie stellt der Augenarzt die Diagnose?

Zu Beginn kontrolliert der Augenarzt die Sehschärfe und sucht den Augenhintergrund auf mögliche Ablagerungen (sogenannte harte Exsudate), Gefässveränderungen und ausgetretene Flüssigkeiten in der Netzhaut oder andere Beeinträchtigungen ab. Bei dieser Untersuchung erweitert der Augenarzt in der Regel durch Augentropfen die Pupillen, damit mehr Licht auf die Netzhaut fällt und er diese besser beurteilen kann. Wegen der vergrösserten Pupillen reagieren die Augen lichtempfindlicher als gewohnt. Auto-, Motorrad- und Velofahren sind nicht erlaubt, solange die Sehleistung durch die vergrösserten Pupillen gestört ist. Dies kann einige Stunden anhalten. Zusätzlich wird das Tragen einer dunklen Sonnenbrille empfohlen.

Um die Netzhaut fein auflösend darzustellen, verwenden viele Augenärzte eine optische Kohärenztomografie (OCT). Sie hat ein ähnliches Prinzip wie die Ultraschalluntersuchung. Mit Licht anstatt mit Ultraschall wird bei dieser bildgebenden Untersuchung ein optischer Schnitt durch die Netzhaut gelegt, um die Beschaffenheit der Netzhaut und eventuell ausgetretene Flüssigkeiten nachzuweisen. Eine OCT-Untersuchung ist absolut schmerzfrei und gesundheitlich unbedenklich. Sie kann schon kleinste Veränderungen der Netzhautmitte aufzeigen.

Eine wichtige Zusatzuntersuchung ist die Fluoreszenzangiografie. Dabei wird ein Farbstoff in die Armvene gespritzt, der sich im gesamten Blutkreislauf, einschliesslich der Augen, verteilt. Durch Beleuchtung dieses Farbstoffes im Augenhintergrund entsteht ein Bild, das krankhafte Gefässe, nicht durchblutete Areale und ausgetretene Flüssigkeit sichtbar macht.

Anhand dieser Untersuchungen kann der Augenarzt die Diagnose stellen und eine entsprechende Behandlung beginnen.

Das linke Bild zeigt einen Querschnitt mittels optischer Kohärenztomografie (OCT) durch eine gesunde Netzhaut. Auf dem Bild rechts ist das diabetische Makulaödem zu erkennen: Die Netzhaut im Bereich der Makula ist infolge der ausgetretenen Flüssigkeit angeschwollen.